Herstellung

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Was sind Jacquardgewebe

Der Begriff Jacquardgewebe bezeichnet ganz allgemein Textilien, die auf einem Jacquardwebstuhl gefertigt worden sind. Die Gewebeart kann dabei ganz unterschiedlich sein. Die Textilmanufaktur Sirko Galz hat sich dabei auf Damast spezialisiert, einer Gewebeart, bei der sich allein durch den Wechsel von Kett- und Schussbetonung faszinierende Muster in einem einfarbigen Gewebe erzeugen lassen.

Unsere Gewebe sind in der Basis meist als 5- oder 8-bindiger Atlas gestaltet. Über die Kombinierung mit weiteren Gundbindungen lassen sich feine Schattierungen im Muster erzeugen. Diese Gewebe weisen eine Komplexität auf, wie sie in der herkömmlichen Handweberei nicht üblich ist und auch nicht umgesetzt werden kann. 

 

Die Muster im Gewebe

Die Muster in unseren Stoffen gehen alle auf eigene Entwürfe zurück. Besonders gerne greifen wir dabei Formen des Jugendstil und des Art Déco auf, die wir leicht modifiziert in die Moderne transportieren. Wir entwickeln zusammen mit unseren Kunden aber auch völlig neue Muster. Die farbliche Gestaltung passen wir dem modernen Geschmack an.

 

Webstühle und Geräte aus halb Europa

Unsere Webstühle und die für die Anfertigung notwendigen zusätzlichen Maschinen und Geräte entstammen nicht aus einem zusammengehörenden Fundus, sondern wurden mit mühevoller Recherchearbeit ausfindig gemacht und zusammen getragen. Oft spielte dabei der Zufall die größte Rolle. 

So gehören zu unserer Ausstattung ein Jacquardwebstuhl aus dem Allgäu, eine Kartenschlagmaschine aus Ungarn, ein Schaftwebstuhl aus Franken, ein weiterer Schaftwebstuhl aus Hessen und ein weiterer Jacquardwebstuhl, dessen Einzelteile aus Österreich, Frankreich, Italien und Deutschland beschafft wurden. Einzelne Geräte konnten nur über den langen Weg aus den USA bezogen werden. Für einige Arbeitsschritte wurden von uns spezielle Vorrichtungen entworfen und gebaut.

 

Der Jacquardwebstuhl

Das Herzstück unserer Manufaktur ist ein über 100 Jahre alter Jacquardwebstuhl, der ausschließlich von Hand betrieben wird. Das Erzeugen großgemusterter Stoffe war bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts überaus mühevoll und es konnten z.T. nur wenige Zentimeter am Tag hergestellt werden. Mit der Erfindung des lochkartengesteuerten Jacquardwebstuhls konnte der Arbeitsprozess wesentlich beschleunigt werden. Doch auch heute noch ist die Arbeit an einem Hand-Jacquardwebstuhl aufwändig und körperlich äußerst anstrengend.

Wir sind in Europa einer der wenigen Betriebe, die über eine komplette Ausstattung für das Jacquardweben verfügen. Neben zwei Jacquardwebstühlen gehört dazu auch eine Lochkarten-Schlagmaschine, eine komplizierte Mechanik, mit deren Hilfe der technische Entwurf eines Musters in eine neue Lochkarte umgesetzt werden kann.